Vorträge, Podiumsdiskussionen und Streitgespräche Die Workshops bieten Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Perspektiven auf unser Berufsfeld kennen zu lernen und sich mit Kolleginnen und Kollegen in Fachdiskussionen zu vertiefen. Die Arbeitsgruppen werden entsprechend dem Teilnehmerinteresse so auf die zwei Workshop-Blöcke verteilt, dass möglichst jede/r an beiden gewünschten Workshops teilnehmen kann.

Dies sind die Workshops, die auf jeden Fall angeboten werden.
Auf der Tagung werden vermutlich zudem noch verschiedene Spontan-Workshops gebildet werden.
Die Anmeldungen zu den Workshops sind nicht bindend und die Teilnehmer können sich noch auf der Tagung umentscheiden.
Die Anmeldungen helfen uns aber die Verteilung der Workshops optimal zu planen, um möglichst vielen Wünschen gerecht zu werden.



Hier ein Überblick über die Workshops:

1) Friedemann Friese - Mechanismen - Theorie:

Was ist ein Mechanismus? Versuch einer Begriffsklärung. Erarbeitet werden soll ein Modell zur Beschreibung von Spielmechanismen und schon der Ansatz einer Gruppierung.


2) Friedemann Friese - Mechanismen - Praxis:

Was gibt es für Mechanismen und wo werden sie verwendet. Erarbeitet werden soll eine Sammlung von Spielmechanismen mit einer Gruppierung, Ordnung und Benennung von Vor- und Nachteilen spezieller Mechanismen.


3) Heinrich Glumpler - Innovation versus Intuition:

Autor wie Spieler sind daran interessiert, dass Spielregeln befolgt werden. Die Voraussetzungen sind also gut, dass ein Spiel so abläuft wie vorgesehen.
Insbesondere bei innovativen Mechanismen, die nicht intuitiv oder gar kontra-intuitiv sind, kommt es jedoch immer wieder zu Fehlern bei der Kommunikation von Autor zum Spieler. Besonders fatal wirkt sich dabei aus, dass beide Seiten in diesem Fall davon ausgehen, dass das Spiel so gespielt wurde wie vom Autor gedacht.
Im Workshop soll die Aufmerksamkeit für derartige Situationen geschärft und Wege gefunden werden, wie man es entweder vermeidet, gegen die Intuition des Spielers zu entwerfen oder - was interessanter wie auch schwieriger ist - wie es gelingen kann, diese Intuition für die Vermittlung der Spielregel zu nutzen.


4) Czarné - Spieldesign und Handling:

Was sollte ein Spielautor schon bei der Entwicklung seines Spieles in Bezug auf die Spielbarkeit beachten? Erarbeitet werden sollen Ansätze in Bezug auf gutes Handling und vernünftige Haptik. Ebenfalls wird über Wichtigkeit einer zum Spiel passenden Gestaltung gearbeitet.


5) Christwart Conrad - Bluff und Einschätzung:

Zwei komplementäre Verhaltensweisen, in vielen Spielen eine oft vernachlässigte oder unerkannte Dimension, sollen hier analysiert werden.
Ziel ist es, eine eigenständigen Kategorie neben den Dimensionen Glück/Taktik herauszuarbeiten, indem Abgrenzungen (wann ist es kein Bluff, sondern Glück; wann ist es kein Bluff, sondern Taktik?) und hinreichenden Kriterien (Ausmaß der Anhaltspunkte im Spiel für Bluff und Einschätzung) entwickelt werden.


6) Jens-Peter Schliemann - Qualitätsunterschiede des Zufalls in Spielen:

Wenn Spiele beurteilt werden, dann meist taktisch-strategisch. Der Zufall wird mit einer Anmerkung zum „Glücksanteil“ schnell abgehandelt. Wir wollen genauer hinschauen. Betrachtet werden verschiedene Zufalls-Elemente von Spielen und ihre qualitative Wirkung auf Spiele, wie z.B. Beliebigkeit, Varianz, Überraschung, Spannung, …


7) Franz Scholles - Wie entwickelt man Spiele für Spaßspieler?

Gelegenheitsspieler bevorzugen Spiele, die keine Anstrengung fordern. Das Spiel soll nur der Unterhaltung dienen. Gewinnen oder verlieren ist nebensächlich, da Spaßspieler keinen Ehrgeiz haben.
Franz Scholles, Inhaber und Autor des Aktuell-Spiele-Verlags, behauptet, dass die meisten Autoren und Autorinnen an dieser riesigen Zielgruppe vorbei entwickeln, weil wir meistens selbst anders spielen. Können wir Spiele für Spaßspieler entwickeln, ohne unseren Anspruch zu verraten? Sind wir in der Lage, Spiele zu machen, die Kreativität, Spontaneität und Kommunikationsfähigkeit ermöglichen und möglichst frei von Strategie und Taktik sind?
Der Workshop ist eine Einladung zum Streitgespräch …"


8) Henning Poehl - "Gute oder schlechte Karten" - Glück und Strategie im Spiel mit Karten

Beim Kartenspiel ist alles dem Zufall überlassen. Wer die besten Karten bekommt gewinnt. Die Karten lassen sich nicht beeinflussen! Stimmt das? Ist die Verteilung der Karten immer rein zufällig? Wie kann man die Wahrscheinlichkeiten von Karten in einem Spiel beeinflussen? Wie kann man ein allzu starkes Zufallselement in Spielen mit Karten verringern?
Dass beim Kartenspiel keinesfalls alles Zufall ist, soll in diesem Workshop aufgezeigt und anhand von Beispielen veranschaulicht werden.
Die Gesetze der Wahrscheinlichkeit werden betrachtet, die Karten zu einem taktischen Element in Spielen machen können.