Vorträge, Podiumsdiskussionen und Streitgespräche Mit diesem Programm wollen wir die vielen Blickwinkel, mit denen man Spiele betrachten kann, beleuchten.
Das Programm beginnt am Freitag mit dem Vortrag eines langjährigen erfolgreichen Spieleautors. Wir betrachten im Weiteren die Blickwinkel eines Redakteurs sowie eines Mathematikers und schließen am Sonntag das Programm mit einer künstlerischen Betrachtungsweise ab.
Nach jedem Vortrag ist Zeit über die verschiedenen Blickwinkel zu diskutieren.

In einem Experiment während der Mitte der Veranstaltung laden wir die Teilnehmer zudem ein, sich selbst im Perspektivwechsel zu üben.
So gibt es auf dieser Tagung für jede Spieleautorin und jeden Spieleautoren Perspektiven zu entdecken, die eine neue Herangehensweise an Spiele ermöglichen.

Die Workshops bieten Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Theorien und Betrachtungen zum Tätigkeitsfeld der Spieleautorin und des Spieleautoren kennen zu lernen und sich mit Kolleginnen und Kollegen in Fachdiskussionen zu vertiefen. Die Arbeitsgruppen werden entsprechend dem Teilnehmerinteresse so auf die zwei Workshop-Blöcke verteilt, dass möglichst jede/r an beiden gewünschten Workshops teilnehmen kann.



Die Vorträge im Überblick      Special      Ablauf der Tagung mit Zeiten



Die Vorträge im Überblick:

Andrea Meyer

Andrea Meyer: Tabu und Tabubruch in Spielen (Fr. 20.20 Uhr)

Ein Tabu, vermutlich abgeleitet von polynesischen Wort ta pu, was soviel bedeutet wie „kräftig markiert“, ist ein Meidegebot. Mit ihm einher gehen Kommunikations- und Sprechverbote über das tabuisierte Thema. Sigmund Freud schrieb in „Totem und Tabu“ über die Lust am Tabubruch, und in Literatur und Film gibt es zahlreiche Beispiele für Tabubrüche. Wie sieht es damit in Spielen aus? Und wer entscheidet eigentlich, was Tabu oder Tabubruch ist? Ein Experiment im Rahmen des Vortrags zeigt Beispiele für Tabus – und wie sie gebrochen werden können.

Andrea Meyer,geb. 1970, ist nebenberuflich Spieleautorin und Inhaberin von BeWitched-Spiele. Von 2003 bis 2005 war sie 2. Vorsitzende der Spieleautorenzunft (SAZ). Sie war Mitveranstalterin der Spieleautoren-Workshops im Spielezentrum Niedersachsen in Drübber und ist Gesellschafterin der Fachtagung Spieleautoren GbR.



Stefan Stadler

Stefan Stadler: Lizenzspiele. Kasse machen oder draufzahlen? (Sa. 08.55 Uhr)

Der Freizeitmarkt ist umkämpfter denn je. Immer mehr, immer buntere, immer vielfältigere Angebote buhlen um die Gunst des Konsumenten. Gleichzeitig wird die Verweildauer beim einzelnen Angebot immer kürzer. Zappen war der Anfang, browsen ist die Fortsetzung. Die Folge: Auch im Spielwarenhandel, im Kaufhaus oder im Onlineshop muss das Auge des Konsumenten schnell eingefangen werden. Der Konsument will nicht suchen, er braucht ein schnelles Erfolgserlebnis, er muss weiter, seine Freizeit ist knapp.
Daher werden bei vielen Verlagen Lizenzspiele immer wichtiger: Ob Kinofilm, Buchbestseller oder TV-Quotenhit - ein hoher Bekanntheitsgrad schafft Aufmerksamkeit: Zu fast allen erfolgreichen Formaten werden inzwischen Gesellschaftsspiele veröffentlicht. Stefan Stadler, Spieleautor und Redakteur, beleuchtet die Besonderheiten im Lizenzgeschäft aus Verlags-, Redakteurs- und Autorensicht. Dabei stehen Hilfen und Tipps bei der Entwicklung erfolgreicher Spiele zu Lizenzthemen im Vordergrund.

Stefan Stadler, geb. 1973, arbeitet seit 2005 als Redakteur beim KOSMOS-Verlag. Als gelernter Buchhändler hat er eine besondere Affinität zu Buchthemen. Unter anderem war er an der Entwicklung und Umsetzung von Literaturspielen wie "Die Säulen der Erde", "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod", "Der Schwarm" beteiligt.



Tom Werneck

Tom Werneck: Innovative Spiele aus der Sicht der Kritiker. (So. 09.40 Uhr)

Die Mitglieder der Jury „Spiel des Jahres" bekommen jährlich zwischen 400 und 500 Neuerscheinungen auf den Spieltisch. Für die Auszeichnungen, die die Jury vergibt - „Spiel des Jahres", „Nominiert zum Spiel des Jahres", „Empfehlungen der Jury" (und entsprechend gleichlautend für das „Kinderspiel des Jahres"), sowie eventuelle Sonderpreise kommen diese Neuheiten und zusätzlich alle im vorherigen Jahr nicht ausgezeichneten Spiele in Betracht. Tom Werneck zeigt auf, nach welchen Kriterien die Jury das Angebot sichtet und reduziert. Er zeigt den Entscheidungsprozess auf und beleuchtet dabei das Verhältnis zwischen traditionellen, eher konservativen Spielen und Innovationen

Tom Werneck (* 1939) ist ein deutscher Spielexperte und Buchautor.
Werneck studierte Rechtswissenschaften und bereiste während seiner Studienzeit Afrika, Japan und die USA. Nachdem er ein Weiterbildungsinstitut aufgebaut und geleitet hatte, wechselte er in die Elektronikindustrie und hatte dort leitende Positionen in der Weiterbildung, im Vertrieb, dem Personalwesen, sowie der Öffentlichkeitsarbeit inne. Er schrieb über 3000 Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunksendungen und verfasste rund 40 Bücher. Dazu gehören unter anderem Lösungen für den Zauberwürfel, die Zauberpyramide, den Tower und die Teufelstonne. Vor seiner Tätigkeit in der Jury „Spiel des Jahres", die er mitgegründet und maßgeblich beeinflusst hat, entwickelte er auch selbst Spiele. Er wohnt heute in Haar (bei München) und arbeitet als Journalist, Managementtrainer und Kommunikationsberater.
Werneck leitet das Bayerische Spiele-Archiv Haar, das Gesellschaftsspiele und Spiele-Literatur sammelt und dokumentiert.



Peter Eggert

Peter Eggert: Spieletests vor und nach der Annahme (Sa. 14.30 Uhr)

„Ich habe es schon mit meinen besten Freunden gespielt und denen hat es gefallen!“ Das reicht sicherlich nicht aus, um einen Verlag zu überzeugen. Aber wie bereite ich die Tests für meine Protos am besten vor und nach, damit meine Spiele beim Verlag optimal ankommen? Und was wird eigentlich noch getestet, wenn der Verlag mein Spiel akzeptiert hat?

Peter Eggert nähere Angaben zur Person folgen noch.





Programm der FACHTAGUNG (Ablauf):

Freitag, 20.03.2009

bis 18.00 Uhr Anreise

18.00 - 20.00 Uhr Begrüßung/Rezeption (Jeder Teilnehmer erhält eine Tagungsmappe)

18.45 - 19.45 Uhr Abendessen

20.00 - 20.20 Uhr Begrüßung: Hans-Peter Stoll / Begrüßung durch die Veranstalter

20.20 - 20.50 Uhr Vortrag: "Tabu und Tabubruch in Spielen" von Andrea Meyer

20.50 - 21.10 Uhr Rückfragen und Diskussion - Moderation: Hans-Peter Stoll

21.10 - 21.30 Uhr Organisatorische Fragen: Christwart Conrad, Henning Poehl


Samstag, 21.03.2009

8.45 Uhr Beginn, überblick über den Tag: Hans-Peter Stoll

08.55 - 09.25 Uhr Vortrag: "Lizenzspiele. Kasse machen oder draufzahlen?" von Stefan Stadler

09.25 - 09.45 Uhr Rückfragen und Diskussion - Moderation: Hans-Peter Stoll

09.45 - 11.45 Uhr Parallele Workshops: Auswahl siehe hier

11.45 - 12.15 Uhr Erkenntnisse ins Plenum tragen, Ideen für Fortsetzungen und Vertiefungen für die spontane Bildung von Arbeitsgruppen am Abend sammeln.
Moderation: Hans-Peter Stoll

12.15 - 14.15 Uhr Mittagessen, Mittagspause

14.30 - 15.00 Uhr Vortrag: "Innovative Spiele aus der Sicht der Kritiker" von Tom Werneck

15.45 - 16.00 Uhr Rückfragen und Diskussion - Moderation: Hans-Peter Stoll

16.00 - 18.00 Uhr Parallele Workshops: Auswahl siehe hier

18.00 - 18.30 Uhr Feedback ins Plenum tragen, Ideen für spontan zu bildende Arbeitsgruppen sammeln.
Moderation: Hans-Peter Stoll

18.30 - 20.00 Uhr Abendessen, Pause

ab 20.00 Uhr Arbeitsgruppen gemäß zuvor festgelegter Themen

Sonntag, 22.03.2009

9.30 Uhr Beginn, überblick über den Tag: Hans-Peter Stoll

09.40 - 10.10 Uhr Vortrag: "Spieletests vor und nach der Annahme" von Peter Eggert

10.10 - 10.30 Uhr Rückfragen und Diskussion - Moderation: Hans-Peter Stoll

10.30 - 10.50 Uhr Pause

10.50 - 11.30 Uhr Feedback aus den Spontan-Workshops des Vorabends.
Moderation: Hans-Peter Stoll

11.30 - 12.00 Uhr Feedback zur Fachtagung und zukünftige Planung

12.00 Uhr Mittagessen, Mittagspause

anschließend Abreise



Die Vorträge im Überblick