Vorträge, Podiumsdiskussionen und Streitgespräche Mit diesem Programm wollen wir die vielen Blickwinkel, mit denen man Spiele betrachten kann, beleuchten.
Das Programm beginnt am Freitag mit dem Vortrag eines langjährigen erfolgreichen Spieleautors. Wir betrachten im Weiteren die Blickwinkel eines Redakteurs sowie eines Mathematikers und schließen am Sonntag das Programm mit einer künstlerischen Betrachtungsweise ab.
Nach jedem Vortrag ist Zeit über die verschiedenen Blickwinkel zu diskutieren.

In einem Experiment während der Mitte der Veranstaltung laden wir die Teilnehmer zudem ein, sich selbst im Perspektivwechsel zu üben.
So gibt es auf dieser Tagung für jede Spieleautorin und jeden Spieleautoren Perspektiven zu entdecken, die eine neue Herangehensweise an Spiele ermöglichen.

Die Workshops bieten Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Theorien und Betrachtungen zum Tätigkeitsfeld der Spieleautorin und des Spieleautoren kennen zu lernen und sich mit Kolleginnen und Kollegen in Fachdiskussionen zu vertiefen. Die Arbeitsgruppen werden entsprechend dem Teilnehmerinteresse so auf die zwei Workshop-Blöcke verteilt, dass möglichst jede/r an beiden gewünschten Workshops teilnehmen kann.



Die Vorträge im überblick      Special      Ablauf der Tagung mit Zeiten



Die Vorträge im Überblick:

Reinhold Wittig

Reinhold Wittig: Ein Bierdeckel macht Geschichte - Spielgeschichte (Fr. 20.20 Uhr)

In den letzten 30 Jahren hat sich in Deutschland eine einzigartige und für andere Länder vorbildliche Spielkultur entwickelt. Als Kronzeuge dieser Zeit versucht Reinhold Wittig hiervon ein Bild zu entwerfen und dabei manchmal sogar über seinen subjektiven Schatten zu springen.
Und Bierdeckel? Der prominenteste, gerade 20 Jahre alt, dokumentiert nach Reinhold Wittig auf schöne Weise das neue Bewußtsein der Spieleautoren und -autorinnen, zielbewußt, unbürokratisch und immer noch etwas spielerisch.

Reinhold Wittig,geb. 1937, Künstler und Wissenschaftler, hauptamtliche Lehre Geologie, nebenamtlich Figurentheater. Er ist Leiter der von ihm 1976 gegründeten „Edition Perlhuhn“ und Mitinitiator des Göttinger Kunstmarktes. Seit 1983 organisiert er die "Göttinger Spieleautoren-Treffen“ (die weltersten Spieleautoren-Treffen überhaupt). Reinhold Wittig hat an die 100 Spiele veröffentlicht, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden. Er ist Träger der Ehrenmedaille der Stadt Göttingen und erstes Ehrenmitglied der SAZ.



Philipp Sprick

Philipp Sprick: Die eierlegende Wollmilchsau - Das "perfekte" Spiel und warum es vielleicht dennoch nicht verlegt wird. (Sa. 09.10 Uhr)

Der Vortrag beleuchtet generelle und verlegerische Kriterien, anhand derer die Qualität von Spielen eingeschätzt und hinterfragt werden kann. Zugleich gibt er einen überblick über die Entscheidungsfindungsprozesse, in deren Rahmen die Kriterien angewandt werden. Damit soll dieser überblick helfen, den Blick auf Stärken und Schwächen des eigenen Prototypen sowie auf die Anforderungen des Marktes zu schärfen.

Philipp Sprick, geb. 1979, studierte Jura und Geschichte in Bielefeld. Seit 2005 ist er für den Ravensburger Spieleverlag tätig, für den er als Redakteur mit seinen Kollegen die Sparte Familien- und Erwachsenenspiele betreut.



Jörg Bewersdorff

Jörg Bewersdorff: Spiele aus mathematischer Sicht (garantiert ohne Formeln) (Sa. 15.15 Uhr)

Vom Spieleautor Alex Randolp stammt das Zitat:
"Es gibt zwei Elemente, durch die sich Spiele von allen anderen unserer Erfahrungswelten unterscheiden. Das eine Element ist die Ungewissheit, das andere Element die Gerechtigkeit."

Ausgehend von diesen beiden Grundeigenschaften von Spielen beleuchtet der Vortrag, wie spielerische und mathematische (und z.T. sogar rechtliche) Aspekte von Spielen zusammenhängen. Im Ergebnis erhält man drei Klassen von Spielen bzw. Spielprinzipien sowie grundlegende Erkenntnisse darüber, ob (und ggf. mit welchen Methoden) es bei einem Spiel möglich ist, die Spielweise bis zur Perfektion zu verbessern, was beispielsweise beim Computerschach bereits gelungen ist.

Jörg Bewersdorff ist promovierter Mathematiker, seit über 20 Jahren in der Spielentwicklung tätig und Autor eines Fachbuchs über mathematische Aspekte vom Gesellschaftsspielen.



Thomas Fackler

Thomas Fackler: Aufwand ohne Grenzen (So. 09.40 Uhr)

Wie weit kann man bei der Umsetzung eines Spieles gehen? Wo liegt die Grenze, ab der der Aufwand um seiner selbst willen betrieben wird?
Wenn man bei der Beantwortung dieser Fragen die "Zwänge des Marktes" außer Acht lässt und von der Prämisse ausgeht, dass Spiele Gesamtwerke aus Spielidee, Gestaltung und eingesetztem Material sind, ergeben sich alternative Ansätze für die Umsetzung von Spielen.

Dipl.-Designer Thomas Fackler stellte 1991 sein erstes Spiel "Die Abtei der wandernden Bücher" mit einer kompromisslosen Ausstattung vor. Diesem folgten einige Werke ähnlicher Konzeption. Mit "Troia - das Spiel" (2001) entwickelte er erstmals ein Spiel im "normalen" Preisbereich.
In den letzten Jahren war er für den Prestel-Verlag als Redakteur und Produktmanager tätig.



Sonderprogramm:

Andreas Wetter (oben) & Hans-Peter Stoll (unten)

Andreas Wetter & Hans-Peter Stoll: Das Sechs-Hut-Experiment. (Sa. 14.15 Uhr)

In der Beurteilung der eigenen Spielideen sind die Spieleautoren gerne in ihrer Euphorie verhaftet.
Dies führt manchmal in Testrunden, bei Verlagskontakten, Spielekritiken und anderen Zusammenhängen, die mit dem Prototyp zu tun haben, zu Missverständnissen und Problemen. Ein Lösungsansatz dafür ist ein Perspektivenwechsel. Der Perspektivenwechsel ist eine Technik bzw. Fähigkeit, bei der man sich in die Rolle und Position eines anderen hineinversetzt und versucht, die Welt aus dessen Sicht zu sehen.
In dem ich mein Produkt aus unterschiedlichen Perspektiven betrachte, lerne ich über mein Spiel und kann bewußt meine Entwicklung vorantreiben. Doch Perspektivenwechsel vorzunehmen ist leicht gesagt.
Wir wollen uns gemeinsam darin ausprobieren und Erfahrungen machen.

Andreas Wetter, geb. 1964, ist Spieleautor, Sozialpädagoge und Lehrer. Autor u.a. von San Francisco, Störtebeker, Die Wilden Fussballkerle. Er war Initiator des Bödefelder Autorenseminars.

Hans-Peter Stoll ist Kommunikations- & Verhaltenstrainer. Zu seinen Schwerpunkten gehören Kommunikationstechniken und Persönlichkeitsentwicklung. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Spielen und Spielentwicklung.





Programm der FACHTAGUNG (Ablauf):

Freitag, 14.03.2007

bis 18.00 Uhr Anreise

18.00 - 20.00 Uhr Begrüßung/Rezeption (Jeder Teilnehmer erhält eine Tagungsmappe)

18.45 - 19.45 Uhr Abendessen

20.00 - 20.20 Uhr Begrüßung: Andy Wetter / Begrüßung durch die Veranstalter

20.20 - 20.50 Uhr Vortrag: "Ein Bierdeckel macht Geschichte - Spielgeschichte" von Reinhold Wittig

20.50 - 21.10 Uhr Rückfragen und Diskussion - Moderation: Andreas Wetter

21.10 - 21.30 Uhr Organisatorische Fragen: Christwart Conrad, Henning Poehl


Samstag, 15.03.2007

8.45 Uhr Beginn, überblick über den Tag: Andreas Wetter

08.55 - 09.25 Uhr Vortrag: "Die eierlegende Wollmilchsau" von Philipp Sprick

09.25 - 09.45 Uhr Rückfragen und Diskussion - Moderation: Andreas Wetter

09.45 - 11.45 Uhr Parallele Workshops: Auswahl siehe hier

11.45 - 12.15 Uhr Erkenntnisse ins Plenum tragen, Ideen für Fortsetzungen und Vertiefungen für die spontane Bildung von Arbeitsgruppen am Abend sammeln.
Moderation: Andreas Wetter

12.15 - 14.15 Uhr Mittagessen, Mittagspause

14.15 - 15.15 Uhr Special: "Das Sechs-Hut-Experiment" durchgeführt von Andreas Wetter und Hans-Peter Stoll

15.15 - 15.45 Uhr Vortrag: "Spiele aus mathematischer Sicht (garantiert ohne Formeln)" von Jörg Bewersdorf

15.45 - 16.00 Uhr Rückfragen und Diskussion - Moderation: Andreas Wetter

16.00 - 18.00 Uhr Parallele Workshops: Auswahl siehe hier

18.00 - 18.30 Uhr Feedback ins Plenum tragen, Ideen für spontan zu bildende Arbeitsgruppen sammeln.
Moderation: Andreas Wetter

18.30 - 20.00 Uhr Abendessen, Pause

ab 20.00 Uhr Arbeitsgruppen gemäß zuvor festgelegter Themen

Sonntag, 16.03.2006

9.30 Uhr Beginn, überblick über den Tag: Andreas Wetter

09.40 - 10.10 Uhr Vortrag: "Aufwand ohne Grenzen" von Thomas Fackler

10.10 - 10.30 Uhr Rückfragen und Diskussion - Moderation: Andreas Wetter

10.30 - 10.50 Uhr Pause

10.50 - 11.30 Uhr Feedback aus den Spontan-Workshops des Vorabends.
Moderation: Andreas Wetter

11.30 - 12.00 Uhr Feedback zur Fachtagung und zukünftige Planung

12.00 Uhr Mittagessen, Mittagspause

anschließend Abreise



Die Vorträge im Überblick